Winterharte Kakteen im Garten angesiedelt

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„Offenen Gartenpforte“ startet am kommenden Sonntag im Privatgarten Seggewiß und bietet Besuchern Einblick in die Welt der Exoten im Münsterland

Einen Winter hat es hier im Westmünsterland diesmal nicht gegeben und die Natur dankt es derzeit mit üppigem Wachstum. Viele exotische Pflanzen erholen sich nach mehreren Jahren mit langen und harten Wintern endlich im Garten und sind in den letzten Wochen förmlich explodiert. So stehen auch die exotisch anmutenden Palmen im Garten der Familie Seggewiß in Raesfeld in diesem Jahr besonders stattlich da. Seit vielen Jahren sind diese im Garten ausgepflanzt. Hinzugekommen sind seit dem letzten Sommer unter anderem verschiedene neue Beete. In einem besonderen Gartenstück wagen Seggewiß für hiesige Regionen wieder einmal etwas sehr Ausgefallenes – ein Wüsten- und Savannenbeet.

Viele Gartenliebhaber wissen gar nicht, dass es zahlreiche winterharte Kakteen, Yuccas und Agaven gibt, die unser recht mildes Klima vertragen können. Aber in letzter Zeit erfreuen sie sich immer größerer Anerkennung. Nicht nur weil sie recht einfach zu pflegen sind, sondern auch in der Winterzeit keiner separaten Unterbringung bedürfen. Bei Beachtung einiger, wichtiger Besonderheiten bleiben sie zwölf Monate vor übermäßiger Nässe geschützt im Garten oder auch im Kübel. Sie harren den Winter über dort aus, können teilweise bis zu minus 40 Grad vertragen, legen dabei eine Ruhephase ein und belohnen dennoch immer wieder mit schönsten Blüten. Die Heimat dieser winterharten Arten befindet sich vielfach im Norden der USA bis ins südliche Kanada hinein. Klimatisch bedingt, befinden sich diese Arten somit annähernd auf den gleichen Breitengraden wie auch das milde Westmünsterland. Aber auch in höher und somit kälter gelegenen Regionen in Mexiko oder den Anden sind diese außergewöhnlichen Pflanzen oft anzutreffen.

Um jedoch im Münsterland winterharte Kakteen, Agaven und Yuccas erfolgreich zu halten, müssen ein paar Dinge  beachtet werden. Das größte Problem für die Pflanzen sind nicht frostige Temperaturen sondern eher zu hohe Luftfeuchtigkeit oder mögliche Staunässe in den Wintermonaten. Eine gute Drainage im Freilandbeet aber auch in Topfkultur ist die wichtigste Grundlage bei der Pflege. Dazu kann grober Kies oder Schotter genutzt werden, der ein schnelles Versickern des Regenwassers oder bei der Schneeschmelze gewährleistet.  Auch das eigentliche Pflanzsubstrat sollte wiederum sehr mineralisch gehalten sein und nur wenig Humus enthalten. Gut geeignet sind Beimischungen von Lavasubstrat, Ziegelgruß oder grobem Kies, um den Wasserabzug sicherzustellen. Der beste Platz für diese Pflanzen ist eine Südlage mit viel Sonne, die vom mineralischen Substrat gespeichert und in der Nacht nur langsam wieder abgegeben wird.

Wer sich als Gartenliebhaber für die Kultur von außergewöhnlichen Pflanzen in seinem eigenen Garten interessiert oder sich Anregungen und Rat holen möchte, hat im Garten der Familie Seggewiß über den Sommer hin an verschiedenen Wochenenden die Möglichkeit dazu.
Am kommenden Sonntag, 18.05.2014, startet Familie Seggewiß, Im Rott 16 in Raesfeld in die diesjährige „Offene Gartenpforte“. In der Zeit von 11-18 Uhr sind Besucher in dem Privatgarten herzlich willkommen zum Erfahrungsaustausch und zum Entdecken des Gartens. Der Privatgarten Seggewiß ist darüber hinaus auch an folgenden Tagen für Besucher geöffnet:

Sonntag, 01. Juni – Alles blüht im Garten
Sonntag, 15. Juni – Tag der Gärten und Parks Westfalen Lippe
Samstag/Sonntag, 28. – 29. Juni – Raesfelder Gartentage 2014
Freitag, 5. September – Licht und Feuer im abendlichen Garten

Begleitet wird die Offene Gartenpforte im Garten Seggewiß in diesem Jahr durch eine Ausstellung von Lichtsäulen und Leuchtfässern in vielen verschiedenen Größen und Formen.

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